Initialisierungsprojekte 2021/2022

Die Akademien der Wissenschaften Schweiz unterstützen im Rahmen des Förderprogramms Food 4.0 innovative und wirkungsvolle Projekte, die einen Beitrag für eine erfolgreiche Zukunft des Ernährungssystems Schweiz leisten. Die Projekte werden mit maximal CHF 25‘000 unterstützt.

Es werden innovative Umsetzungsprojekte in folgenden Hauptentwicklungsbereichen unterstützt, unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen Nachhaltigkeit, Qualität und Sicherheit, Rückverfolgbarkeit sowie Konsumenteninteresse:

  • Proteintechnologie und Pflanzen- / Milchhybridprodukt Engineering
  • Präzisionsbiotechnologie / Biotrans-formation
  • Digitale Transformation des Ernährungssystems
  • Sanitärtechnologien und hygienisches Design

Im Rahmen der ersten Projektausschreibung vom Herbst 2021 bewilligte das Evaluationsgremium sechs innovative Initialisierungsprojekte, die seit Januar 2022 umgesetzt werden.

 

Bewilligte Projekt 2021/2022
 

Food Chain Model für ökologische Wertschöpfungsketten und Food Waste Vermeidung 
Dr. Claudio Beretta, ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften

Das Ziel des Projektes «Food Chain Model» ist ein Massenfluss- und Ökobilanz-Modell von Lebensmittel-Wertschöpfungsketten. Damit können Massnahmen effizienter und präziser identifiziert und priorisiert werden, welche Food Waste vermeiden und die Effizienz von Lebensmittelwertschöpfungsketten verbessern.


HybPiKäs 
Helena Stoffers, Agroscope

Das Projekt ist eine Vorstudie für einen grösseren Projektantrag, der die Nutzung pflanzlicher Proteinquellen in Kombination mit tierischen Proteinen bezüglich technologischer Machbarkeit, Nährwert, Gesundheit, Nachhaltigkeit und Konsumentenakzeptanz untersucht. Im Projekt wird ein Hybridprodukt aus Kuhmilch und Lupinen auf Basis der Käseherstellungstechnologie ohne Beigabe von Zusatzstoffen fabriziert.


Innovative Bio-Valorisierung des Nebenproduktstromes Weizenkleie zur Verbesserung der Verarbeitbarkeit und Endproduktqualität in der Kaltextrusion 
Prof. Dr. Nadina Müller, ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften

Weizenkleie soll bei tiefem Wassergehalt in einer innovativen Bio-Valorisierung fermentiert werden, um Nahrungsfasern teil-abzubauen und die Farbe aufzuhellen. In einem zweiten Schritt sollen qualitativ hochwertige Teigwaren aus einer Mischung aus Hartweizen (Durum) Griess und fermentierter Weizenkleie (Zielmischung 50:50) hergestellt und mit traditionellen Teigwaren verglichen werden.


Minimization of astringency in plant-based milk alternatives through a two-phase drinking system 
Dr. Cédric Sax, ETH Zürich / Potiio GmbH

Adstringenz ist ein unangenehmer Beigeschmack in pflanzlichen Milchalternativen, der häufig als Gefühl der «Mundtrockenheit» beschrieben wird. Im Rahmen dieses von der potiio GmbH und der ETH Zürich initiierten Projekts soll der adstringierende Beigeschmack mit Hilfe der neuartigen Flaschentechnologie von potiio minimiert werden, die in der Lage ist, die Geschmacksmodalitäten in Getränken durch einen mechanischen Ansatz zu beeinflussen.


Regulierte Verdauung mit proteinreichen Nahrungsfasermischungen aus Nebenströmen der Getreide-, Ölsaaten, Obst und Gemüseverarbeitung in der Schweiz (ReVeN-CH) 
Dr. Kim Mishra, Vereinsbrauerei Brewdaz

Ziel ist es die Nebenströme in der Schweiz aufgrund ihrer Nahrungsfaserzusammensetzung zu charakterisieren und so zu kombinieren, dass unterschiedliche Effekte auf das Verdauungssystem erzielt werden. Die Aufwertung der Nebenströme für den menschlichen Verzehr wird durch Hochtemperatur, Hochdruck, Doppelschnecken Nassextrusion (HTD2SNEX) erzielt. Diese nutzt die texturierenden Eigenschaften von Nahrungsfaser-Protein Schmelzen, um ein homogenes, formstabiles Extrudat zu generieren, das sich für den menschlichen Verzehr eignet. 


Untersuchung der Rolle der Ernte hinsichtlich Entwicklung des «beany»-Flavors in Erbsen 
Prof. Dr. Christoph Denkel, Berner Fachhochschule BFH

«Erbsenproteinkonzentrate und -isolate finden, u.a. aufgrund ihres oft charakteristischen, bohnigen Eigenaromas, noch vergleichsweise wenige Einsatzgebiete und werden aktuell vornehmlich für die Produktion von Fleischalternativen verwendet. In unserem Projekt untersuchen wir die Entstehung ausgewählter Aromakomponenten in der frühen Phase der Prozesskette und leiten Strategien ab, um die Bildung unerwünschter Aromen möglichst stark zu reduzieren.»