Rückblick auf unseren Anlass zur nachhaltigen Versorgung der Schweiz mit kritischen Rohstoffen und Halbfabrikaten

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Wie sichert die Schweiz ihre Versorgung mit kritischen Rohstoffen und Halbfabrikaten? Am 13. Mai kamen in Biel Vertreter:innen aus Industrie, Politik und Forschung zusammen, um in Workshops und einer öffentlichen Paneldiskussion konkrete Handlungsfelder zu erarbeiten – von Kreislaufwirtschaft über strategische Lagerhaltung bis zur Diversifizierung von Lieferketten. Die Erkenntnisse fliessen in einen praxisorientierten Leitfaden ein.

Biel als Treffpunkt für Schlüsselakteure

Am 13. Mai wurde Biel zum Treffpunkt für zentrale Akteur:innen aus Industrie, Politik und Forschung. Im Rahmen eines gemeinsam von der ESM Foundation, der SATW, dem Switzerland Innovation Park Biel/Bienne und der Empa organisierten Anlasses stand die nachhaltige Versorgung der Schweiz mit kritischen Rohstoffen und Halbfabrikaten im Fokus. Die Veranstaltung wurde durch die Standortförderung Kanton Bern unterstützt. 

Intensiver Austausch in geschlossenen Workshops

Den Auftakt bildeten am Vormittag geschlossene Workshops mit insgesamt acht sektorspezifischen Arbeitsgruppen, in denen sich die Teilnehmenden während gut 2,5 Stunden intensiv austauschten. Die Diskussionen waren engagiert und praxisnah und machten deutlich, wie hoch die Relevanz der Thematik über sämtliche Branchen hinweg ist. Einigkeit bestand darin, dass Versorgungsrisiken ein zentrales Thema darstellen. Besonders hervorgehoben wurde die hohe Importabhängigkeit von einzelnen Firmen oder Ländern. Unter anderem geopolitische Spannungen und sozioökonomische Faktoren machen solche konzentrierten Lieferketten risikobehaftet. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Schweiz in globalen Lieferketten häufig spezialisierte Nischenrollen einnimmt und weniger bei Rohstoffen selbst, sondern vielmehr bei Halbfabrikaten, Komponenten, und – im Chemie- und Pharmabereich – von Chemikalien abhängig ist.

Zentrale Handlungsfelder 

Im Rahmen der Workshops wurden verschiedene Handlungsfelder identifiziert. Dazu zählen insbesondere eine erhöhte Transparenz bei Materialströmen und -mengen, die Diversifizierung von Bezugsquellen – auch wenn diese in der Praxis oft nur begrenzt möglich ist –, der Ausbau strategischer Lagerhaltung sowie die Stärkung internationaler Allianzen und Handelsabkommen. Gleichzeitig wurde die zentrale Rolle der Kreislaufwirtschaft hervorgehoben. Wichtige Ansätze liegen hier im Design for Recycling, in der besseren Demontierbarkeit und im Remanufacturing, ebenso wie in der gezielten Förderung von Forschung und Entwicklung sowie der Skalierung innovativer Lösungen. Ergänzend dazu wurden regulatorische Anreize für den Einsatz sekundärer Rohstoffe als entscheidend identifiziert. 

Öffentlicher Teil und Paneldiskussion

Im anschliessenden öffentlichen Teil wurden die die Diskussionen vom Vormitttag einem breiteren Publikum zugänglich gemacht und in einen grösseren Zusammenhang gestellt. Vertreterinnen und Vertreter aus der Industrie sowie politische Entscheidungsträger:innen – darunter die Nationalrät:innen Elisabeth Schneider-Schneiter (Die Mitte), Simon Michel (Sie Mitte) und Gerhard Andrey (Grüne) – brachten ihre Perspektiven ein. In einem engagierten Panel wurden die Herausforderungen und möglichen Lösungsansätze aus Sicht von Politik und Wirtschaft vertieft diskutiert. Dabei wurde deutlich, dass die Sicherung der Rohstoffversorgung und die Transformation hin zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft nur durch eine enge Zusammenarbeit aller Akteure gelingen können – und dass gesellschaftlicher Wille zu und Offenheit für Innovation entscheidend ist, um international wettbewerbsfähig zu bleiben. 

Fazit: Hoher Handlungsdruck – gemeinsamer Wille

Insgesamt zeigte der Anlass: Der Handlungsdruck ist hoch – und ebenso die Bereitschaft, gemeinsam konkrete Lösungen voranzutreiben. 

Ein herzlicher Dank gilt allen Mitwirkenden, Referierenden, Panelteilnehmenden sowie den engagierten Teilnehmenden in den Workshops für ihren wertvollen Beitrag, die offenen Diskussionen und die gemeinsamen Impulse. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in einen Leitfaden einfliessen, der konkrete Orientierung für den weiteren Umgang mit Versorgungsrisiken und die Stärkung der Kreislaufwirtschaft bieten soll. 

Mitwirkende

Rolle Titel + Name
Text von Alessandra Hool