Strominfrastrukturen sind zentral für die Versorgung der Schweiz. Ihr stabiler und sicherer Betrieb ist essenziell für die Schweizer Gesellschaft und Wirtschaft und insbesondere für den Betrieb weiterer kritischer Infrastrukturen wie beispielsweise Spitäler oder die Telekommunikation. Die am 2. März 2026 vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS aktualisierte nationale Risikoanalyse «Katastrophen und Notlagen Schweiz» zählt eine Strommangellage und Stromausfälle zu den bedeutendsten Risiken für die Schweiz.
Aktuelle Ereignisse rücken die Verwundbarkeit und Resilienz (vgl. Box unten) kritischer Infrastrukturen in den Fokus: Grossflächige Ausfälle der Stromversorgung durch den Krieg in der Ukraine und zuletzt in Berlin sowie zunehmende Bedrohungen durch Vandalismus, gezielte Cyber-Angriffe und eine weltweit verschärfte Sicherheitslage drängen die Schweiz zum Handeln.
Vieles wurde bereits unternommen, um den Schutz und die Resilienz auf allen Ebenen zu verstärken. Die nationale Strategie zum Schutz kritischer Infrastrukturen vom BABS (2023) bietet eine Übersicht und definiert übergeordnete Ziele und Handlungsgrundsätze. Darauf aufbauend wurden insbesondere für Energieinfrastrukturen regulatorische Vorgaben verstärkt und die Betreiber verpflichtet, entsprechende Massnahmen umzusetzen.
Zudem hat der Bund am 18. Februar 2026 entschieden, in Umsetzung zweier überwiesener Motionen die Arbeiten für entsprechende Gesetzesentwürfe voranzutreiben, um die Resilienz und die Datensicherheit kritischer Infrastrukturen zu verbessern. Weiter befasst sich das vom Bundesamt für Energie unterstützte Forschungskonsortium SWEET RECIPE (Swiss Energy Research for the Energy Transition: A sustainable and resilient energy future for Switzerland) mit einer nachhaltigen und resilienten Energiezukunft für die Schweiz.
Trotzdem bestehen Schwächen, Herausforderungen und Handlungsfelder, die schon seit Langem bekannt sind und von Entscheidungsträger:innen in Politik und bei den kritischen Infrastrukturen dringend angegangen werden sollten. Weitreichendere Lösungsvorschläge zu deren Minderung wurden gemacht, aber die breite Umsetzung solcher Massnahmen scheiterte oft an Hindernissen, sprich an mangelndem Problembewusstsein und vor allem mangelnder Bereitschaft von Unternehmen und Öffentlichkeit, zusätzliche Kosten zu übernehmen und zu entgelten.
Um den Schutz und die Resilienz der Schweizer Stromversorgung vorsorglich zu stärken und potenziell grosse Schäden im Ereignisfall zu vermeiden, empfehle ich Politik, öffentliche Verwaltung und Unternehmen die folgenden Massnahmen zu prüfen:
Die rasche und konsequente Umsetzung dieser Massnahmen erscheint dringend geboten, um das Risiko von gravierenden Ausfällen zu reduzieren und die hohe Versorgungssicherheit der Schweizer Stromversorgung unter neuen Gegebenheiten zu gewährleisten.
Resilienz bezeichnet die Widerstands-, Anpassungs- und Regenerationsfähigkeit von Systemen gegenüber Störereignissen, Schocks und Krisen. Sie zielt darauf, gravierende Ausfälle möglichst zu verhindern oder im Ereignisfall die Auswirkungen durch Systemeigenschaften und vorbereitete Massnahmen zur Wiederherstellung zu reduzieren.
Redundanz bedeutet, dass gleiche oder vergleichbare Komponenten oder Systeme mehrfach vorhanden sind und dadurch bei einem Ausfall kritische Dienste durch Ersatz aufrechterhalten werden können.
Der (n–1)-Sicherheitsstandard besagt, dass bei der Planung von Stromnetzen oder anderen kritischen Infrastrukturen Redundanz gewährleistet sein muss, sodass der Ausfall einer einzelnen Komponente nicht zu einer Versorgungsunterbrechung führt.
Die SATW bietet Raum für verschiedene fachliche Perspektiven. Dieser Beitrag stellt eine persönliche Einordnung der Fachperson dar.
| Rolle | Titel + Name |
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| Text von | Wolfgang Kröger |