Die Studie baut auf einem früheren CAETS-Bericht mit kürzerem Zeithorizont auf und blickt bewusst über das Jahr 2040 hinaus. Weil sich die Zukunft der untersuchten Sektoren nicht sicher vorhersagen lässt, arbeitete das Projektteam mit Szenarien und leitete daraus Strategien ab, die unter möglichst vielen Bedingungen tragen. Untersucht wurden sieben Sektoren: Forstwirtschaft, Landwirtschaft und Ernährung, Öl und Gas, Chemie, Zement, Eisen und Stahl sowie Gebäude und Smart Cities – ergänzt durch Kapitel zu Wasserstoff, CO2-Abscheidung und -Speicherung sowie zur sektorübergreifenden Kopplung.
Rita Hofmann vertrat die SATW in dem internationalen Projekt. In der Arbeitsgruppe Chemieindustrie erarbeitete sie Szenarien und Strategien für einen Sektor, der vor einem tiefgreifenden Umbau steht: Die Studie setzt unter anderem auf Ammoniak und Wasserstoff als bedeutende Energieträger, auf die Elektrifizierung chemischer Prozesse wie Cracker, auf neue Katalysatoren und Trennverfahren – und auf Investitionen in Nachwuchs und Weiterbildung, damit die Fachkräfte für diesen Umbau überhaupt verfügbar sind.
Als interne Reviewerin prüfte Rita Hofmann zudem das Kapitel zur Zementindustrie, das aufzeigt, wie neue Zementzusammensetzungen und optimierte Betonrezepturen die Emissionen des meistgenutzten Baustoffs der Welt senken können.
Die Studie zeigt eindrücklich, dass die Weichen für die Zeit nach 2040 heute gestellt werden – auch in der Schweiz.
Rita Hofmann, Mitglied SATWDie SATW hat die Studie – wie zahlreiche weitere CAETS-Mitgliedsakademien – geprüft und offiziell bestätigt. Die Studie versteht sich dabei nicht als Rezept: Jedes Land soll die Erkenntnisse auf seine eigenen Gegebenheiten übertragen. Für die Schweiz sind die Befunde besonders relevant, wo die Studie ihre Stärken anspricht: eine bedeutende Chemie- und Pharmaindustrie, eine eigene Zementproduktion und Hochschulen, die den geforderten Fachkräftenachwuchs ausbilden.
Die Arbeit geht weiter: Die CAETS-Energie-Community hat bereits ein Folgeprojekt zur Energiesicherheit lanciert, unter der Leitung der indischen Ingenieurakademie INAE. Auch die Frage, wie künstliche Intelligenz zusätzliche Einsichten zu Industriecharakteristiken und Strategien liefern kann, soll weiter vertieft werden.
CAETS (kurz für: International Council of Academies of Engineering and Technological Sciences) ist der internationale Dachverband der Ingenieur- und Technikwissenschaftsakademien. Die CAETS ist eine globale Organisation, in der auch Schwellenländer aus Afrika und Asien sowie fast alle grossen Volkswirtschaften vertreten sind. Sie bringt führende Fachleute zusammen, um Lösungen für globale Herausforderungen zu erarbeiten. Die SATW ist Mitglied von CAETS.
Die Studie «Towards Low-GHG Emissions from Energy Use in Selected Sectors: Looking Beyond 2040» wurde von der CAETS-Energie-Community erarbeitet. 52 Expert:innen aus 24 Ländern haben daran mitgewirkt, unterstützt von 16 externen Reviewer:innen.
| Rolle | Titel + Name |
|---|---|
| Text von | Claude Naville |
| Expertise | Rita Hofmann-Sievert |