Wer ist die SATW? – Fragen und Antworten

Die Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften SATW wurde 1981 als Verein nach ZGB gegründet, der gemäss dem Bundesgesetz über die Förderung der Forschung und der Innovation (FIFG, Artikel 11) die folgenden Aufgaben übertragen erhielt:

  • Früherkennung gesellschaftlich relevanter Themen in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation
  • Gestaltung des Dialogs zwischen Wissenschaft und Gesellschaft; Förderung von Studien zu Chancen und Risiken der Innovationen und Technologien
  • Koordination mit den anderen drei Akademien im Rahmen des Verbunds Akademien der Wissenschaften Schweiz und Zusammenarbeit namentlich mit den Hochschulforschungsstätten
  • Förderung der Zusammenarbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Expertinnen und Experten in Fachgesellschaften, Kommissionen und weiteren geeigneten organisatorischen Formen zur Erfüllung ihrer Aufgaben
  • Unterstützung der internationalen wissenschaftlichen Zusammenarbeit, durch Förderung beziehungsweise Betrieb geeigneter Einrichtungen, namentlich nationale Koordinationsplattformen und wissenschaftliche Sekretariate zu international koordinierten Programmen, an denen die Schweiz sich beteiligt

Die SATW vereinigt 372 Einzelmitglieder, die sich durch ausserordentliche Leistungen in Naturwissenschaft und Technik verdient gemacht haben, sowie 53 Fachgesellschaften mit technischem Hintergrund. Fast die Hälfte der Einzelmitglieder der SATW verorten sich in der Industrie – die andere Hälfte im akademischen Bereich.

Wen vertritt die SATW – auch die Hochschule und Fachhochschulen?

Die SATW vertritt die technisch-wissenschaftlichen Interessen der ganzen Schweiz und ist deshalb keine Vertreterin einzelner Gruppen mit Partikularinteressen. Aus diesem Grund ist die SATW eine der wenigen Organisationen, die sich fachlich neutral, objektiv und nur der Technik und Wissenschaft verpflichtet äussern kann. Man könnte die SATW deshalb als «Lobby-Organisation aller Schweizer Bürgerinnen und Bürger» bezeichnen.

Dies äussert sich beispielsweise auch in der Zusammensetzung des Vorstands: Drei Vorstandsmitglieder sind in Schweizer Hochschulen engagiert, drei sind in Fachhochschulen integriert und fünf Vorstandsmitglieder haben einen Industrie-Hintergrund.

Was kann die SATW bewirken?

Die SATW äussert sich zu allen wichtigen Themen mit Bezug zu Technik und Wissenschaft, ohne eigene Zwecke zu verfolgen. Die SATW sieht sich als «Honest Information Broker», denn sie ist keiner Interessensgruppe verpflichtet. Diese Funktion kann die SATW aufgrund ihrer tiefen Vernetzung sowohl in den technischen Wissenschaften als auch in der Industrie wahrnehmen, wobei sie auf das Expertenwissen ihrer 372 Mitgliedern, ihrer 53 Mitgliedsgesellschaften sowie über 100 Expertinnen und Experten in ihren verschiedenen Themenplattformen zurückgreifen kann, die sich alle durch Exzellenz auf ihren Gebieten bewiesen haben.

Aus diesem Grund spielt die SATW eine wichtige Rolle bei der Meinungsbildung in technisch-wissenschaftlichen Belangen, sowohl in Politik und Verwaltung, in der Öffentlichkeit, im Ausbildungswesen und in der Schweizer Industrie.

Was kann der Industrie-Beirat der SATW bewirken?

Der Industrie-Beirat der SATW soll keine Aufgaben übernehmen, die durch die verschiedenen Branchenvereinigungen bereits abgedeckt sind. Der SATW geht es darum, Themenführerschaft in technisch-wissenschaftlichen Fragestellungen zu erlagen, die auch eine grosse Relevanz für die Wertschöpfung, Grundversorgung und den Wohlstand in der Schweiz haben und somit auch einen wesentlichen Teil der Schweizer Industrie betreffen. Dabei kann es sich um regulatorische, ausbildungsbezogene, wissenschaftspolitische oder Infrastruktur-betreffende Themen handeln, wie den mangelnden Digitalisierungsgrad der Schweizer Verwaltung, den unzureichenden Schutz vor Cyber-Crimes oder den ungenügenden Selbstversorgungsgrad der Schweiz bezüglich Energie, Rohstoffe, Nahrungsmittel, essenzielle Synthese-Zwischenprodukte, Stahl, Medikamente, Halbleiter-Chips, …

Der Industrie-Beirat der SATW hat deshalb die Aufgabe, die grossen gesellschaftspolitischen Herausforderungen der Schweiz frühzeitig zu erkennen und zur Diskussion zu bringen, sofern er technisch-wissenschaftliche Lösungsansätze für diese Herausforderungen sieht, die schweizweit bekannt gemacht und diskutiert werden sollen und die zur Wertschöpfung in der Schweiz beitragen.

Welche Rolle spielt die SATW im schweizweiten F&E-Netzwerk?

Die letzten Jahre haben gezeigt, dass die SATW über die seltene und doch essenzielle Stärke der «Convening Power» verfügt: Als neutrale, objektive und nur der technisch-wissenschaftlichen Exzellenz verpflichtete Organisation gelingt es der SATW immer wieder, alle Stakeholder eines wichtigen Themas an einen Tisch zu bringen und die Diskussion sachbezogen zu moderieren.

Dies gelingt auch deshalb, weil die SATW beste Beziehungen zu Politik, Verwaltung, Hochschulen, Mitgliedsgesellschaften, Branchenorganisationen sowie nationalen und internationalen Akademien pflegt und darauf verzichtet, für irgendeine Gruppe als Lobby-Organisation aufzutreten. Durch den dynamisierten Industrie-Beirat soll auch vermehrt Information aus der Schweizer Industrie mit einbezogen und Schlüssel-Personen aus der Industrie an der Diskussion beteiligt werden.

Wie ist die SATW international vernetzt?

Die SATW ist Mitglied von Euro-CASE, dem Verbund der 23 europäischen Akademien der Technik und der Angewandten Wissenschaften.

Aufgrund persönlicher Beziehungen wird der Kontakt mit bestimmten europäischen Akademien besonders gepflegt, speziell mit der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech), der britischen Royal Academy of Engineering und der Royal Swedish Academy of Engineering Sciences (IVA).

Die SATW ist zudem Mitglied von CAETS, dem International Council of Academies of Engineering and Technological Sciences.

Im Weiteren ist ein Vorstandsmitglied der SATW ist Vizepräsident einer der grössten europäischen Technologieplattform in Brüssel, und deshalb bestehen auch direkte persönliche Kontakte zur Europäischen Kommission und zum Europa-Parlament.

Die SATW hat derzeit fast 30 Einzelmitglieder, die ausserhalb der Schweiz in neun Ländern weltweit tätig sind.

Welche Rolle spielen die Verbände mit Lobby-Funktionen, speziell Swissmem?

Die SATW ist bestens vernetzt mit verschiedensten Branchenorganisationen und Verbänden. Mit grösseren Organisationen werden auch gemeinsame Projekte und Studien durchgeführt beziehungsweise abgesprochen, wie die Untersuchungen der Innovationskraft der Schweiz, die mit Swissmem koordiniert wurden.

Welche Rolle will die SATW im Kontakt zur ETH Zürich und zur EPFL spielen?

Sowohl die ETH Zürich als auch die EPFL stellen eine grosse Zahl von SATW-Mitgliedern. So sind auch beide gegenwärtigen Präsidenten (Prof. Joël Mesot und Prof. Martin Vetterli) Einzelmitglieder der SATW. Aufgrund ihrer neutralen Position engagiert sich die SATW nie für Partikularinteressen einzelner Hochschulen – hingegen kann die SATW gemeinsame Interessen aller Hochschulen vertreten.

Ein Beispiel dafür ist die Initiative «3D Manufacturing», die ihren Ursprung bei der SATW dank ihrer «Convening Power» hatte, und bei der alle Hochschulen und Fachhochschulen die Gelegenheit hatten, sich einzubringen. Damit wurde es gemeinsam ermöglicht, spezielle Bundesmittel für dieses zukunftsweisende Gebiet mit weitreichenden Einsatzmöglichkeiten freizubekommen.