Verstehen, hacken, verändern: 38 Mädchen erobern die Welt der Technik

Ihre erste Sommerferienwoche im Labor statt in der Badi: Vom 6. bis 10. Juli verbrachten 38 Mädchen aus 13 Kantonen das Swiss TecLadies Camp in Brunnen und tauchten in die Welt von künstlicher Intelligenz, Cybersecurity und Ethical Hacking ein. Das Camp will junge Frauen für technische Berufe begeistern und räumt dabei mit hartnäckigen Vorurteilen auf.

Die Teilnehmerinnen vor dem Verkehrshaus in Luzern.

Im Swiss TecLadies Camp in Brunnen lernten die Teilnehmerinnen Technik und Informatik praxisnah kennen. Im Fokus standen die faszinierenden Seiten – aber auch die Schattenseiten – von KI, Cyber-Forensik und Cybersecurity, der richtige Umgang mit Social Media, Hacking sowie das Innenleben von Laptops und Smartphones. Das Ziel war, zu sensibilisieren und kritisches Denken zu fördern. Zugleich will das Camp mehr junge Frauen für Berufe in Informatik, Cybersicherheit und Technik begeistern – und so dem Fachkräftemangel und dem geringen Frauenanteil in diesen Branchen entgegenwirken. 

«Früher konnte ich mit Hacken nicht so viel anfangen. Aber je mehr ich mich damit beschäftige, desto eher möchte ich in Zukunft mal in diesem Bereich arbeiten.»

Solvej, Teilnehmerin, 14 Jahre

Denken wie eine Hackerin

Beim Schwerpunkt Ethical Hacking – auch «White Hat Hacking» genannt – lernten die Mädchen, wie Hackerinnen und Hacker vorgehen: wie sie beispielsweise Firmen angreifen und IT-Systeme lahmlegen, aber auch, wie Aufarbeitung und Schadensbegrenzung gelingen. Aufregende Geschichten aus der Praxis hörten die Teilnehmerinnen beim Besuch der Firma InfoGuard in Baar.

«Wir erleben bei diesem Thema häufig Berührungsängste. Dabei gilt: Wer früh lernt, wie Angreifer denken und vorgehen, kann sich deutlich besser vor ihnen schützen.» 

Christina Kistler, Co-CEO der Firma Gobugfree, leitete den Workshop zum Ethical Hacking.

Die Mädchen schätzten insbesondere die praxisnahen Einblicke in Berufsfelder, die im regulären Schulunterricht kaum behandelt werden. Viele zeigten sich begeistert von den vielfältigen Karrieremöglichkeiten und möchten mit dem Vorurteil aufräumen, Informatik und Cybersicherheit seien typische Männerberufe. 

Klima-Challenge im Verkehrshaus 

Ein Besuch im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern ergänzte mit einem Workshop zur «Klima-Challenge» das Camp-Programm. Die Mädchen lernten nicht nur wichtige Fakten und Entwicklungen im Bereich der erneuerbaren Energien kennen; sie diskutierten auch mögliche Ansatzpunkte und Lösungen und wogen deren Konsequenzen ab.

Zwischen Likes und Realität 

Am Abschlusstag stand Social Media im Zentrum: Do's & Don'ts, Real oder Fake und die Kunst, aussagekräftige Videos zu produzieren. Am Nachmittag präsentierten die jungen Frauen ihren Eltern die während der Woche erstellte Camp-Webseite mit Videos, Fotos und Texten zu jedem Camp-Tag.

«Viele Schülerinnen nutzen Social Media und künstliche Intelligenz bereits intensiv im Alltag. Umso wichtiger ist es, dass sie verstehen, wie diese Technologien funktionieren, wo ihre Grenzen liegen und wie sie verantwortungsvoll eingesetzt werden.» 

Lena Thun, selbstständige Marketing- und Social-Media-Beraterin

Ein Fazit, das Mut macht 

Das Feedback der Teilnehmerinnen am Ende der Woche spricht für sich: «Das Camp hat mich motiviert, mehr über Informatik und Technik zu erfahren» – dieser Aussage stimmte die grosse Mehrheit der Mädchen zu. Damit kommen wir unserem Ziel, Mädchen für IT und technische Berufe zu begeistern, wieder ein Stück näher. 

Die SATW bedankt sich herzlich bei allen Partnern und Unterstützenden, die das Camp möglich gemacht haben: Organisationen: Smartfeld, Gobugfree, Swiss Business Protection AG, InfoGuard, Zürcher Kantonspolizei, Theresianum Ingenbohl, Hasler Stiftung. Personen: Dr. Nadine Stutz, Christoph Hess, Nadja Reisacher, Nils Eckert, Christina Kistler, Jill Wick, Heidi Merl, Lena Thun. 

Wie geht es weiter? 

Für 2027 sind weitere Camps geplant. Bleiben Sie dran und informieren Sie sich auf der Webseite von Swiss TecLadies, welche Aktivitäten anstehen.