Im fünften Teil der Serie «Innovationsstandort Schweiz» zeigen Philip Michel von Swiss Post Advertising und Dr. Stefan Oglesby, Präsident von Swiss Insights, wie Unternehmen Daten verantwortungsvoll einsetzen können. Im Mittelpunkt steht das Data Fairness Label von Swiss Insights, das insbesondere KMU dabei unterstützt, datenbezogene Entscheidungen kritisch zu hinterfragen.
Am Beispiel von Swiss Post Advertising erläutern die Autoren, wie sich Fragen der Datenfairness in bestehende Arbeitsabläufe integrieren lassen. Der Beitrag zeigt zudem, weshalb Datenschutz und Datensicherheit allein nicht ausreichen und wie bereits einfache Prüffragen zu einer verantwortungsvolleren Datennutzung beitragen.
Dieser Artikel im KMU-Magazin ist Teil der Serie «Innovationsstandort Schweiz», die als Folgeaktivität aus der SATW-Publikation «Orientierung KI: Herausforderungen und Chancen für Schweizer KMU» hervorgegangen ist.
Die Inhalte wurden in Zusammenarbeit mit Akteur:innen aus dem Netzwerk von SAIROP (Swiss AI Research Overview Platform) und dem Expertennetzwerk der SATW erarbeitet. SAIROP fördert die Zusammenarbeit zwischen Forschung, Industrie und Verwaltung und unterstützt den Wissenstransfer im Schweizer KI-Ökosystem.
Faire Datennutzung bedeutet, dass Unternehmen nicht nur die rechtliche Zulässigkeit prüfen, sondern auch den Zweck, die Datengrundlage und die möglichen Auswirkungen einer Anwendung berücksichtigen. Dazu gehört insbesondere die Frage, ob einzelne Personen oder Gruppen unbeabsichtigt benachteiligt oder ausgeschlossen werden könnten.
Das Data Fairness Label bietet einen Orientierungsrahmen für den verantwortungsvollen Umgang mit Daten. Es unterstützt Unternehmen dabei, Annahmen, Risiken und Zuständigkeiten bei datenbasierten Anwendungen systematisch zu hinterfragen und Entscheidungen nachvollziehbar zu dokumentieren.
Modelle, die auf bestehenden Kundendaten beruhen, können darin enthaltene Verzerrungen übernehmen. Zudem beruhen berechnete Interessen oder Affinitäten häufig auf Wahrscheinlichkeiten und nicht auf gesichertem Wissen. Dadurch besteht das Risiko, dass bestimmte Personengruppen unbeabsichtigt benachteiligt oder ausgeschlossen werden.
Datenschutz und Datensicherheit befassen sich unter anderem mit dem rechtmässigen Umgang mit Daten, Zugriffsrechten und dem Schutz vor Missbrauch. Datenfairness ergänzt diese Perspektiven und hinterfragt, weshalb Daten für einen bestimmten Zweck eingesetzt werden, welche Annahmen dahinterstehen und welche Auswirkungen daraus entstehen können.
KMU können mit einem einfachen Fragenkatalog beginnen. Entscheidend ist, vor jeder Anwendung Zweck und Herkunft der Daten zu klären, mögliche Auswirkungen zu prüfen und Verantwortlichkeiten festzulegen. Diese Fragen lassen sich in bestehende Arbeitsabläufe integrieren, ohne zusätzliche umfassende Governance-Strukturen aufzubauen.
| Rolle | Titel + Name |
|---|---|
| Text von | Philip Michel, Stefan Oglesby |