Vier herausragende Forscherinnen erhalten den Preis «Swiss L’Oréal – UNESCO For Women in Science 2026»

Zum zweiten Mal wurde der Preis «Swiss L’Oréal – UNESCO For Women in Science» vergeben. Die Auszeichnung ehrt vier herausragende Nachwuchsforscherinnen für ihre exzellente Forschung. Die feierliche Verleihung fand am 21. Oktober 2026 im Zürcher Kammerorchester (ZKO) statt.

V.l.n.r.: Millicent Dockerill, Universität Genf; Jana Musilová, ETH Zürich; Oana Pelea, Universität Zürich; und Vera Vollenweider, Universität Zürich

Das Programm ist eine gemeinsame Initiative von L’Oréal Schweiz, der Schweizerischen UNESCO-Kommission und der SATW. Es steht unter dem Motto «Die Welt braucht Wissenschaft – und Wissenschaft braucht Frauen» und wurde nach dem erfolgreichen Auftakt im vergangenen Jahr zum zweiten Mal in der Schweiz durchgeführt. Jede Preisträgerin erhält ein Förderstipendium von 25’000 Schweizer Franken, um ihre Forschung weiterzuführen. Die diesjährigen Preisträgerinnen forschen an der Universität Genf, der ETH Zürich und der Universität Zürich.

Die vier Preisträgerinnen 2026

Dr. Millicent Dockerill, Universität Genf

Dr. Millicent Dockerill, Universität Genf

Millicent Dockerill entwickelt reversible gerinnungshemmende Therapien der nächsten Generation, die mit einem schnell wirkenden Gegenmittel in Form eines «chemischen Reissverschlusses» ausgestattet sind. Ihre Plattform ermöglicht es Ärztinnen und Ärzten, die Medikamentenwirkung in Notfällen sofort zu stoppen. Dadurch kann das Risiko schwerer Blutungen erheblich gesenkt und besonders gefährdete Patientengruppen, darunter Schwangere, können geschützt werden.

Dr. Ing. Jana Musilová, ETH Zürich

Dr. Ing. Jana Musilová, ETH Zürich

Jana Musilová leistet Pionierarbeit für das Fundament eines personalisierten «digitalen Zwillings» des menschlichen Menstruationszyklus. Sie verknüpft Computational Biology mit longitudinalen Daten zu Steroidhormonen. Ihre Open-Source-Modelle schliessen wichtige historische Datenlücken im Bereich der Frauengesundheit und tragen dazu bei, die Diagnose und Behandlung von Erkrankungen wie Endometriose und PCOS zu verbessern.

Dr. Oana Pelea, Universität Zürich

Dr. Oana Pelea, Universität Zürich

Oana Pelea entwickelt Bridge-Rekombinase-Systeme der nächsten Generation, um hochpräzise genomische Umlagerungen in grossem Umfang in menschlichen Zellen zu ermöglichen. Durch die Weiterentwicklung der präzisen Insertion grosser DNA-Sequenzen von der Grösse eines Gens könnte ihre Forschung dazu beitragen, die Grundlagen für mutationsunabhängige Therapien genetischer Erkrankungen zu schaffen.

Dr. Vera Vollenweider, Universität Zürich

Dr. Vera Vollenweider, Universität Zürich

Vera Vollenweider erforscht innovative antimikrobielle Strategien, die multiresistenten Bakterien das für ihr Wachstum essenzielle Eisen entziehen. Ihre Arbeit untersucht, ob ein langanhaltender Eisenentzug klinisch relevante Krankheitserreger dazu bringen kann, mobile genetische Elemente abzustossen, die Virulenz- und Antibiotikaresistenzgene tragen.

Stimmen aus den Partnerorganisationen

Die Schweizer Preisträgerinnen 2026 beweisen den unverzichtbaren Beitrag von Frauen zum wissenschaftlichen Fortschritt.

Claire Dieudonné, Länderkoordinatorin & Marktdirektorin Konsumgüter, L’Oréal Schweiz

Frauen stellen in der Schweiz einen beträchtlichen Anteil der Hochschulabsolventen – auf den höchsten akademischen Stufen stehen ihnen aber nach wie vor strukturelle Hürden im Weg.

Prof. Thomas Zeltner, Präsident der Schweizerischen UNESCO-Kommission

Frauen besetzen an der ETH Zürich und der EPFL erst rund 25 % der Professuren. Wissenschaft und Technik brauchen aber die gesamte Bandbreite an Talenten.

Benoît Dubuis, Präsident SATW

Über das Programm

Seit 1998 fördern die Fondation L’Oréal und die UNESCO mit dem Programm «For Women in Science» herausragende Forscherinnen weltweit. Über 4700 Wissenschaftlerinnen wurden seither gefördert, darunter sieben spätere Nobelpreisträgerinnen. 

Die Schweizer Ausgabe wird in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen UNESCO-Kommission und der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften SATW organisiert und fand 2026 zum zweiten Mal statt. Das Programm trägt dazu bei, wissenschaftliche Exzellenz sichtbar zu machen und die Chancengleichheit in Forschung und Technologie nachhaltig zu fördern. 

Mehr zum Programm: For Women in Science bei der SATW