KMU verfügen häufig nicht über die technischen und operativen Kapazitäten, um die Auswirkungen von KI-Systemen vollständig einzuschätzen. Das führt dazu, dass Pilotprojekte entweder scheitern, weil Fähigkeiten überschätzt werden, oder dass Wertschöpfungspotenzial ungenutzt bleibt, weil KI-Möglichkeiten unterschätzt werden. Zusätzlich erschwert die unklare Schweizer KI-Regulierung – ein Gesetzesentwurf wird erst Ende 2026 erwartet – eine frühzeitige Compliance-Planung für exportorientierte KMU.
Genau hier setzt Responsible AI an. Der Ansatz bezeichnet eine Reihe von Massnahmen während Entwicklung, Einführung und Betrieb von KI-Systemen, die deren Vertrauenswürdigkeit sicherstellen sowie rechtliche und gesellschaftliche Anforderungen erfüllen. Er umfasst sowohl organisatorische Governance-Prozesse wie Risikomanagement und Compliance-Bewertung als auch technische Methoden aus AI Engineering und MLOps, unterstützt durch Standards von ISO, IEEE und CEN/CENELEC.
Der Nutzen für KMU ist vielfältig: Responsible AI reduziert Kosten und Komplexität in Bewertungsprozessen, unterstützt Risikomanagement und Compliance, fördert Transparenz gegenüber Kunden und Partnern, vereinfacht Beschaffungsprozesse und beschleunigt die Markteinführung KI-basierter Lösungen.
Um dieses Potenzial zu realisieren, können Schweizer KMU auf mehrere Initiativen zugreifen: die Swiss AI Initiative für Recheninfrastruktur, die Innovation Sandbox des Kantons Zürich für praxisnahe Erprobung, das Swiss Centre for Responsible AI (SCRAI) und die European Trustworthy AI Association für Governance-Werkzeuge sowie die Swiss AI Research Overview Platform (SAIROP) der SATW zur Vernetzung mit Forschungspartnern. Organisationen wie die SATW fördern zudem den Austausch von Best Practices und Fallstudien zwischen vergleichbaren Unternehmen.
Responsible AI beginnt laut Ricardo Chavarriaga nicht mit einem komplexen Regelwerk, sondern mit wenigen klaren Fragen zu Zielsetzung, Datennutzung, Verantwortlichkeit sowie Qualitäts- und Sicherheitsprüfung – Fragen, die im FAQ-Bereich unten beantwortet werden.
Dieser Artikel im KMU-Magazin ist Teil einer Serie, die als Folgeaktivität aus der Publikation Orientierung KI: Herausforderungen und Chancen für Schweizer KMU hervorgegangen ist. Diese SATW-Publikation unterstützt kleine und mittlere Unternehmen dabei, Potenziale von künstlicher Intelligenz zu erkennen und konkrete nächste Schritte zu planen.
Die Inhalte wurden in enger Zusammenarbeit mit Akteur:innen aus dem Netzwerk von SAIROP (Swiss AI Research Overview Platform) erstellt. SAIROP fördert den Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft, macht Schweizer KI-Kompetenzen sichtbar und schafft Orientierung im dynamischen KI-Ökosystem.
Responsible AI umfasst Massnahmen während Entwicklung, Einführung und Betrieb von KI-Systemen, die deren Vertrauenswürdigkeit sicherstellen sowie rechtliche Anforderungen und gesellschaftliche Werte wahren – von Governance-Prozessen bis zu technischen Methoden.
KMU haben oft begrenzte technische und operative Kapazitäten, um Auswirkungen von KI-Systemen einzuschätzen, zudem sorgt die noch unklare Schweizer KI-Regulierung für Zurückhaltung bei Investitionen.
Tiefere Kosten in Bewertungsprozessen, besseres Risikomanagement, mehr Kundenvertrauen, einfachere Beschaffung und schnellere Markteinführung von KI-Lösungen.
Unter anderem die Swiss AI Initiative, die Innovation Sandbox des Kantons Zürich, das Swiss Centre for Responsible AI (SCRAI), die European Trustworthy AI Association und die Plattform SAIROP der SATW.
Mit vier zentralen Fragen: Welches Problem soll KI lösen? Welche Daten werden genutzt? Wer trägt die Verantwortung? Wie werden Qualität, Sicherheit und Nutzen überprüft?