Das Projekt «Dialogues urbains: durabilité et médiation» zeigt beispielhaft, wie sich technisches Fachwissen und pädagogische Vermittlung verbinden lassen. Die SATW unterstützt solche Vorhaben gezielt über ihre Fachförderung, die den fachlichen Nachwuchs und den Wissenstransfer zwischen Hochschulen und Gesellschaft stärkt.
Gregory Bussien vom Atelier ADR präsentiert den Studierenden und Begleitpersonen die Pläne für den Standort vor Ort.
In gemischten Gruppen erarbeiten die Studierenden anhand von Karten und Luftaufnahmen ihre Vorschläge für das Gebiet.
Initiiert wurde das Projekt vom Verein Ville en tête im Rahmen der ENAC-Woche. Das ist das jährliche Format der Fakultät für Architektur, Bauingenieurwesen und Umweltingenieurwesen (ENAC) der EPFL. Jeden Frühling bringt es Studierende der Architektur, der Umweltwissenschaften und des Bauingenieurwesens zusammen. Sie bearbeiten dabei konkrete interdisziplinäre Aufgabenstellungen.
Dank einer Zusammenarbeit mit dem Central Environmental Laboratory (CEL), dem Bereich Wissenschaftsvermittlung der EPFL sowie der SATW-Fachförderung konnte der einwöchige Workshop 2025 erstmals stattfinden. In Partnerschaft mit der PH Waadt öffnete sich die Woche zusätzlich für Studierende der Pädagogik. Ihr gemeinsames Ziel: Vermittlungsworkshops zum Thema nachhaltige Stadt entwickeln und durchführen, die sich an Sekundarschulklassen richten.
Rund zwanzig Studierende nahmen teil. 2025 empfing das Projekt vier Klassen, 2026 wurde es im selben Umfang weitergeführt. Eine Fortsetzung in den kommenden Jahren ist vorgesehen.
Vor Ort erkunden die Studierenden den Bachlauf der Chamberonne und ihre Umgebung.
Mit ihrem Beitrag ermöglicht die SATW einen Austausch, der selten in dieser Form stattfindet. Studierende der EPFL arbeiten nicht nur mit Fachleuten aus anderen Bereichen der Baukultur zusammen. Sie arbeiten auch mit angehenden Lehrpersonen, die mit den behandelten technischen Themen wenig vertraut sind. Diese Konstellation kommt in den jeweiligen Studiengängen kaum vor. Sie entspricht aber dem Berufsalltag in beiden Feldern.
Der Workshop vermittelt so Schlüsselkompetenzen für die künftige berufliche Praxis:
Umgekehrt lernen die Studierenden der PH Waadt Themen der Baukultur kennen. Sie erproben zudem Methoden der kreativen Ko-Konzeption in einem transdisziplinären Team. Die Baukultur taucht im Lehrplan zwar nicht als eigenes Fach auf. Ihre Themen sind aber im Plan d'Études Romand omnipräsent. Der Workshop schafft so eine praxisnahe Lerngelegenheit. Gleichzeitig liefert er wichtige Impulse für die Bildung für nachhaltige Entwicklung.
Die Studierenden arbeiten während einer Woche in gemischten Gruppen. Sie bringen ihre unterschiedlichen Fachkenntnisse zusammen, um urbane Nachhaltigkeit in all ihren Dimensionen zu untersuchen: Landschaft, Biodiversität, Wassermanagement, Gestaltung öffentlicher Räume und soziale Inklusion. Als Fallbeispiel dient die Chamberonne, ein Lausanner Fliessgewässer, das derzeit revitalisiert wird.
Die Studierenden entwickeln plastische Modelle der Landschaft, um ihre Ideen für die Sekundarschulklassen greifbar zu machen.
Das Programm umfasst:
Vor den Sekundarschulklassen stellen die Studierenden ihre Modelle vor und lassen die eigenen Lösungen auf die Probe stellen.
Zum Abschluss testen vier Schulklassen die von den Studierenden entwickelten Workshops. Das ist für alle Beteiligten eine direkte Bewährungsprobe und die erste konkrete Erfahrung in der Vermittlungsarbeit.
Mit der Unterstützung solcher Projekte fördert die SATW den fachlichen Austausch zwischen Disziplinen. Sie stärkt damit die technologische wie gesellschaftliche Entwicklung in der Schweiz. Eingereicht wurde das Projekt vom SIA – Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein und dem BSLA – Bund Schweizer Landschaftsarchitekten und Landschaftsarchitektinnen. Im Fall von «Ville en tête» geschieht dies besonders im Bereich der nachhaltigen Stadtentwicklung und der Vermittlungsarbeit mit jungen Menschen.