TecToday: Big Data am Arbeitsplatz: Produktivität vs. Privatsphäre

Donnerstag 17. September, 18:00 Uhr
Am Digital Festival Zürich | Technopark, Technoparkstrasse 1, 8005 Zürich

Nie zuvor wurden so viele Daten gesammelt und ausgewertet wie heute. Weshalb? Daten erlauben es Unternehmen etwa, mehr über ihre Kundinnen und Kunden zu erfahren und das Angebot entsprechend abzustimmen. Daten erlauben Herstellern, ihre Produktion zu optimieren und Kosten zu senken. Wenn Organisationen Daten geschickt nutzen, hat dies häufig positive Folgen für alle Stakeholder. Allerdings stellen sich auch Fragen der Legalität und Legitimität. So etwa wenn Firmen ihre Mitarbeitenden ohne deren Wissen digital überwachen, diese Daten speichern, mithilfe von Algorithmen auswerten und in Entscheidungen über Beförderungen, Boni oder Kündigungen einbeziehen. Wo endet das legitime Interesse der Arbeitgeber und wo gilt es, die Privatsphäre der Arbeitnehmerinnen und -nehmer zu schützen? Was sagt der Gesetzgeber? Welche Technologien kommen zum Einsatz und wie steht es um die Situation in der Schweiz? Wie wirkt sich eine digitale Überwachung auf Wohlbefinden und Produktivität der Mitarbeitenden aus? Können neue Datafizierungstechnologien vielleicht zu mehr Vertrauen am Arbeitsplatz oder auch zwischen Kunden und Unternehmen führen? Freuen Sie sich auf eine spannende Diskussion mit führenden Fachleuten zu den brennenden Fragen im Spannungsfeld von Big Data und Datenschutz am Arbeitsplatz.

 

 

 

Impulsreferat

 

Prof. Antoinette Weibel ist Professorin für Personalmanagement und Direktorin des Forschungsinstituts für Arbeit und Arbeitswelten an der Universität St. Gallen. Zuvor hat sie an den Universitäten Konstanz und Speyer sowie an der Hochschule Liechtenstein geforscht und gelehrt. Promoviert und habilitiert hat sie an der Universität Zürich. Ihre Forschungsgebiete sind der Einfluss von Institutionen auf die Motivation der Mitarbeiter, Vertrauen im Unternehmen, Stakeholdervertrauen sowie das Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Sie ist Präsidentin des First International Network of Trust Researchers, Mitglied im Lenkungsausschuss der European Group for Organizational Studies sowie im Vorstand der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften.

 

 

Weitere Podiumsgäste

 

Dr. Dominika Blonski ist seit dem 1. Mai 2020 Datenschutzbeauftragte des Kantons Zürich. Sie absolvierte das Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Fribourg mit den Schwerpunkten Staat, Verfassung und Verwaltung sowie Europa und Internationales. Sie promovierte an der Universität Bern zum Thema «Biometrische Daten als Gegenstand des informationellen Selbstbestimmungsrechts». Mit dem CAS in Information Security der Hochschule Luzern erweiterte sie ihre interdisziplinären Kompetenzen in den Bereichen Informationssicherheits-Management und Technik. Sie ist Mitglied des Büros von privatim, der Konferenz der schweizerischen Datenschutzbeauftragten.

 

 

Dr. Markus Christen ist Geschäftsführer der Digital Society Initiative der Universität Zürich (UZH) und leitet die «Neuro-Ethics-Technology» Forschungsgruppe am Institut für Biomedizinische Ethik und Medizingeschichte (IBME) an UZH. Daneben ist er Mitglied im Ethics Advisory Board des Human Brain Project. Er studierte Philosophie, Physik, Mathematik und Biologie an der Universität Bern und promovierte in Neuroinformatik an der ETH Zürich. Nach Stellen als Projektmanager und Wissenschaftsjournalist war er u.a. Predoctoral Fellow am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin, Postdoktorand im Graduiertenprogramm des Universitären Forschungsschwerpunkts Ethik und Visiting Scholar an der University of Notre Dame. Seit 2013 ist er Senior Research Fellow am IBME, wo er 2016 habilitierte.

 

Prof. Kurt Stockinger ist Professor für Informatik und Leiter des Studiengangs Data Science an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) sowie Stellvertretender Leiter des ZHAW Datalabs. Sein Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich Data Science mit Fokus auf Big Data, Natural Language Query Processing, Query Optimization und Quantum Computing (Quantum Machine Learning). Er ist auch Mitglied des Beirats der Callista Group AG. Zuvor arbeitete Kurt Stockinger bei der Credit Suisse in Zürich, in den USA am Lawrence Berkeley National Laboratory in Berkeley und am California Institute of Technology in Pasadena sowie am CERN in Genf. Seinen Doktortitel in Informatik erlangte er am CERN und an der Universität Wien.

 

Daniella Lützelschwab ist seit 2014 Leiterin Ressort Arbeitsmarkt und Arbeitsrecht beim Schweizerischen Arbeitgeberverband, welcher rund 90 Branchen- und regionale Verbände vertritt. Als Mitglied der Geschäftsleitung ist sie verantwortlich für die Arbeitgeber- und GAV-Politik sowie die Beziehungen zu den Sozialpartnern. Dazu gehört aktuell die Unterstützung der Mitglieder in der Coronakrise. Sie hat Einsitz in mehrere beratende Kommissionen des Bundes u.a. die Eidgenössische Arbeitskommission. Zuvor war sie während 14 Jahren bei Swissmem als Leiterin Arbeitgeberpolitik für die arbeitsrechtliche Beratung der Mitgliedfirmen sowie die Umsetzung des Gesamtarbeitsvertrages der MEM-Industrie zuständig. Ihr Studium der Rechtswissenschaften hat sie an der Universität Basel absolviert.

 

Ihre Moderatorin

 

Die Journalistin und Moderatorin Karin Frei blickt auf eine langjährige SRF-Karriere zurück. Angefangen bei Radio DRS3 wechselte sie später zu DRS1 und war unter anderem Gastgeberin der Sendung «Persönlich» und produzierte die Hintergrundsendung «Doppelpunkt». Nach einem Wechsel zum TV hat sie während sechs Jahren die SRF-Sendung «Club» geleitet und moderiert. Sie hat an der Universität Zürich Europäische Ethnologie, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte sowie Völkerrecht abgeschlossen und arbeitete hinter der Kamera für das Wissensmagazin «Einstein». Sie ist als Gründerin und Besitzerin der Firma CommonGround Communications GmbH heute mit Moderationen und Mediationen, also als Konfliktlöserin unterwegs.

 

 

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