Smart Cities

Gesteigerte Lebensqualität und optimierte Ressourceneffizienz

Vicente Carabias (ZHAW) und Andrew Paice (HSLU)

Das Konzept der Smart Cities umfasst verschiedene Bestrebungen, um mit sozialen und technologischen Innovationen die Lebensqualität sowie die Ressourceneffizienz von Städten und urbanen Lebensräumen zu erhöhen. In den letzten zwanzig Jahren haben sich die Definition und Ziele stark verändert. Heute stehen vor allem Verbesserungen für Bürgerinnen und Bürger, die Umwelt, Unternehmen und die Verwaltung durch digitale Transformationen der urbanen Lebenswelt im Zentrum der Anstrengungen.

So sieht es heute aus

Smart Cities umfassen auch verschiedene Technologien, die auf Kommunikationsnetzwerken und der Echtzeitverfügbarkeit von Daten aus dem öffentlichen Raum basieren und mit der Verarbeitung von grossen Datenmengen gekoppelt werden. Dafür müssen derzeit separate öffentliche und private Datenquellen miteinander verknüpft werden. Dadurch erhofft man sich, dass smarte Infrastrukturen effizienter und transparenter sind. So unterstützen sie die Nachhaltigkeitsziele, die Optimierung des Einsatzes von Ressourcen und damit eine verbesserte Lebensqualität. Beispiele solcher Anwendungen sind verbesserte Verkehrsführung, die Koordination zwischen Abteilungen der öffentlichen Verwaltung usw. Die Herausforderungen in der Entwicklung von Smart-City-Anwendungen liegen in der Komplexität solcher Systeme sowie in der Sicherstellung des Datenschutzes und des Datenbesitzes. Eine erfolgreiche Implementierung erfordert eine informierte Zusammenarbeit von Öffentlichkeit, Regierung und Wirtschaft.

International gibt es viele Smart-City-Initiativen, von Pilot- und Leuchtturmprojekten bis hin zu städtischen Transformationsprozessen. Aufgrund der Vielfalt der möglichen Ziele hat jedoch keine Stadt das volle Potenzial erreicht. In denjenigen Rankings, in denen Schweizer Städte mitbeurteilt wurden, gehören diese zu den Top-Anwärterinnen.

Immer mehr Schweizer Städte haben eine Smart-City-Strategie. Dies inspiriert oft auch Nachbarsgebiete dazu, ihre eigene Smart-City- oder zumindest eine Digitalisierungsstrategie zu definieren. Von den 84 Städten, die am Swiss Smart City Survey 2020 teilgenommen haben, behandeln rund 43 Prozent das Thema Smart City aktiv. Alle teilnehmenden Grossstädte (mit über 100‘000 Einwohnerinnen und Einwohner) entwickeln sich zu einer Smart City. Hingegen behandelt nur ein knappes Drittel der kleineren Städte und Gemeinden (unter 20‘000 Einwohnerinnen und Einwohner) das Thema aktiv. Das Interesse am Thema nimmt auch bei den kleineren und mittelgrossen Städten zu, obschon dies gerade für diese anspruchsvoll ist, vornehmlich aufgrund beschränkter personeller und finanzieller Ressourcen.

Häufige Ansätze sind Anwendungen für E-Government oder die Erreichung von Effizienz- und Nachhaltigkeitszielen. Die Schwerpunkte bei der Entwicklung einer Smart City liegen für die Städte in den Bereichen Environment (46,4 Prozent), Living (43,7 Prozent) und People (42,3 Prozent). In allen Fällen geht es darum, die Stadt für ihre Bürgerinnen und Bürger und für die Wirtschaft zu einem attraktiven Lebens- und Arbeitsort zu machen.

Ein Blick in die Zukunft

Die wesentliche Herausforderung besteht darin, zu definieren, was Smart City für die jeweilige Bevölkerung, für die lokale Wirtschaft und für die Gemeindeverwaltung bedeutet. Davon abgeleitet kann dann bestimmt werden, wie diese Vorteile unter Gewährleistung der Akzeptanz durch alle Beteiligten erreicht werden können.

Staat und Wirtschaft haben Interesse an Smart-City-Anwendungen. So wird das Thema in der Schweiz aktiv bewirtschaftet. Der Weg zur Umsetzung ist jedoch noch lang. Mittelfristig können verschiedene Pilotprojekte und Versuche erwartet werden, da viele Städte und Regionen nach Lösungen suchen, die für sie funktionieren. Die Smart City wird eher partnerschaftlich entstehen, als implementiert werden.