Dr. Hans-Peter Meyer wird zum Einzelmitglied der SATW ernannt in Anerkennung seiner strategisch wichtigen Beiträge zur Einführung der Biotechnologie in der Schweizer Chemischen Industrie.
Diplom und Doktorat (Dr. rer. Nat, 1980, Mikrobiologe) an der Universität Fribourg. Während und nach dem Doktorat drei Jahre postgraduale Arbeiten am STFI in Stockholm (Prof. K.-E. Eriksson), an der University of Pennsylvania und an der Lehigh University (A.E. Humphrey). Von 1982 bis 1986 war Hans-Peter Meyer Oberassistent und Gruppenleiter am Institut für Biotechnologie der ETH Zürich (Prof. A. Fiechter) mit Schwerpunkten Bioprozesstechnik und Biopharmazeutika (Interferon, tPA). Seit 1986 bis zur Pensionierung war er in verschiedenen Funktionen und Bereichen (F&E, Produktion und strategische Projekte) am erfolgreichen Aufbau der Biotechnologie innerhalb der Lonza mitbeteiligt. Neben den Aktivitäten bei der Lonza war Hans-Peter Meyer unter anderem Initiator und Co-Koordi nator des SIBC (Swiss Industrial Biocatalysis Consortium), Mitglied der KTI-Expertenkommission (2006–2017), Gründungsteam und Board Member CoEBio3 in Manchester. Gegenwärtige Mandate sind Senior Partner und Verwaltungsratsmitglied der Expertinova AG, Dozent für In dustrielle Biotechnologie an der HES-SO in Sion, Mitglied des SNF-Bridge-PoC-Expertenteams, Mitglied des WBR der SATW sowie diverse Beratungsmandate.
Als sich die moderne Biotechnologie in der Schweiz Ende der 1970er- und Anfang der 1980er-Jahre zu entwickeln begann, gab es noch kein Ökosystem für Biotech-Start-ups. Dafür verfügte die Schweiz über etwas, das heute nur schwer zu finden ist: eine offen zugängliche Pilotanlage, in der biologische Prozesse vom Labor bis in den Kubikmeter-Massstab hochskaliert werden konnten. Für die heutigen Herausforderungen beim Scale-up lohnt sich deshalb ein Blick zurück.
Die Herausforderung bleibt gewaltig: 195 Länder haben sich verpflichtet, bis 2050 CO₂-Neutralität zu erreichen, was bedeutet, dass die weltweiten jährlichen CO₂-Emissionen auf etwa 9 bis 10 Milliarden Tonnen sinken müssen – das entspricht etwa einem Viertel des heutigen Niveaus. Vor diesem Hintergrund hat sich die Bioökonomie zu einem zunehmend wichtigen Konzept entwickelt. Dennoch bleiben zentrale Fragen offen: Welche Wege sind für die Schweiz realistisch, und ist eine nationale Bioökonomie-Strategie gerechtfertigt? Diese Fragen werden in einer Sonderausgabe von CHIMIA untersucht, die gemeinsam von SATW, SKB und BFH herausgegeben wird und deren Veröffentlichung für September 2027 geplant ist.
Da China seinen Zugriff auf Seltene Erden verstärkt und die weltweite Nachfrage steigt, steht die Schweiz vor einer kritischen Versorgungsherausforderung. Könnte die Biotechnologie einen Durchbruch bieten, da ein heimischer Abbau nicht in Frage kommt und die Recyclingquoten weltweit unter einem Prozent liegen? Von Extremophilen, die unter rauen Bedingungen gedeihen, bis hin zur KI-gesteuerten Roboter-Demontage entstehen innovative Biomining-Ansätze, die den vier Milliarden Jahre alten evolutionären Vorteil der Natur mit modernster Technologie verbinden. Die Frage ist nicht mehr, ob Biomining möglich ist, sondern ob sich die Schweiz an der Spitze dieser nachhaltigen Revolution im Urban Mining positionieren kann.