05. April 2019

Workshop «Zukunftsgestaltung II»

Günseli Ünlü - Technik-Bildung

Im Rahmen des Mentoring-Programms von Swiss TecLadies fand am 27. März der Workshop «Zukunftsgestaltung II» statt. Organisiert wurde er in Zusammenarbeit mit der Fachstelle für Gleichstellung von Mann und Frau des Kantons Zürich. Mit diesen Workshops sollen Mädchen ermächtigt werden, ihre Zukunft selbstbewusst zu gestalten und ihre Stärken hervorzuheben.

Am 27. März konnte Astrid Hügli, Projektleiterin von Swiss TecLadies, in der FHNW in Brugg 36 Mentees zum zweiten Zukunftsworkshop begrüssen. Nach einer kurzen Einführung übergab sie das Mikrofon an Helena Trachsel, Leiterin der Fachstelle für Gleichstellung von Mann und Frau des Kantons Zürich.

Sie nahm die Mädchen gleich mit in den Korridor und stellte drei Fragen, welche die Grundlage ihrer Präsentation für die nächste halbe Stunde bildeten: «Was mache ich als ersten Schritt, um alle kennenzulernen? Wer ist dazu bereit, einen Schritt auf den anderen zuzugehen? Wer kann Feedback geben und entgegennehmen?»

36 motivierte Mentees beim zweiten Zukunftsworkshop

Im Weiteren fragte Helena Trachsel die Mentees, ob sie seit dem ersten Zukunftsworkshop im September 2018 eine Veränderung bezüglich ihrer Stärken und Schwächen beobachtet hätten. In zwei Gruppen sollten die Mentees diskutieren, was sie an sich selbst entdeckt hätten, von dem sie vorher nicht wussten. Mit dieser Übung wollte Helena Trachsel die Mädchen darin bestärken, eigene Stärken zu erkennen und zu ihnen zu stehen. Meistens sei man zu selbstkritisch sowie zu bescheiden und nehme Schwächen schneller an, betonte sie. «Das Erkennen der eigenen Stärken ist wichtig, um das eigene Potenzial auszuschöpfen und sich in einem Team besser zu ergänzen», so Trachsel. Und weiter: «Lacht viel, sprecht laut, achtet auf eure Körperhaltung, sagt eure Meinung und gebt euch ein Gewicht.»

Anschliessend ging es um das Thema «Feedback geben und entgegennehmen». In einem Rollenspiel gaben sich Mentees gegenseitig Feedback, z. B. «ich finde, dass du mich immer unterbrichst», beziehungsweise mussten dieses entgegennehmen. Sechs mutige Mentees haben sich für das Rollenspiel bereit erklärt. Ihre Feedbacks waren konstruktiv und meist positiv. Auch das Publikum durfte sein Feedback zum Rollenspiel geben. Dies fiel sehr positiv aus.

Sechs mutige Mentees beim Rollenspiel: Sarah, Anna, Angela, Florina, Amira und Mia (von links nach rechts), im Hintergrund steht Helena Trachsel.

Für eine weitere Übung führte Helena Trachsel die Mädchen wieder in den Korridor. Sie sollten sich nun überlegen, ob sie sich in der Gruppe wohl fühlen. Hierzu definierte sie ein Zentrum: Diejenigen, die sich wohl fühlen, sollten sich auf der rechten, die anderen auf der linken Seite platzieren. Nach der Aufteilung war es klar: Die meisten fühlen sich in der Gruppe wohl.

Nächste Übung zum Wohlfühlfaktor: Deutlich mehr Mentees fühlen sich in der Gruppe wohl als unwohl.

Nach den tollen Übungen und der Präsentation ergriff Dominique Gisin, ehemalige Skirennfahrerin und Olympiasiegerin, das Wort. «Ich hoffe, jede von euch hat eine Leidenschaft. Denn es gibt nichts Schöneres als in sich das Feuer zu spüren, das einen jeden Tag antreibt und zudem der eigene Beruf ist», sagte Gisin mit funkelnden Augen. Sie hat ihre Leidenschaft für Sport/Skirennen zu ihrem Beruf gemacht. Lächelnd erzählte sie von ihren Knieverletzungen: 9 Knieoperationen während ihrer Sportkarriere. Trotzdem hat sie nie aufgegeben, den Weg immer wieder zurückgeschafft und den Höhepunkt ihrer Karriere erreicht: Sie gewann 2014 Olympiagold. 2015 hat sie ihre Karriere als Sportlerin beendet und prompt eine neue Leidenschaft gefunden: ein Physikstudium. Begeistert erzählte sie noch von ihrer Maturaarbeit, bei der sie den Schnee analysiert hat. «Es ist äusserst schwierig, mit dem Schnee zu arbeiten, denn die Strukturen ändern sich immer wieder», so Dominique Gisin. Und das war immer noch nicht alles: Auch Fliegen hat sie gepackt und schwärmte von ihrer Pilotenausbildung. Um das alles durchzuziehen, müsse man grosses Feuer in sich spüren. Sonst sei es schwierig. Heute begleitet sie ihre Schwester Michelle Gisin auf ihrem Weg, da diese angefangen hat, schnelle Disziplinen zu fahren. «Meine Schwester sagt mir, dass ich mich schnell für etwas begeistern würde. Ja, es ist so. Dafür ist mein Leben sehr abwechslungsreich und macht unglaublich viel Spass.»

Fürs Signieren standen die Mentees Schlange, denn ein Autogramm von Dominique Gisin wollten sich die jungen Frauen nicht entgehen lassen.

Zusätzlich zu allem, was sie in ihrem jungen Alter erreicht hat, schrieb sie auch ein Buch, «Making it Happen». Mit ihrer Geschichte möchte Dominique Gisin Menschen helfen, ihnen unter anderem Mut geben und Durchsetzungsvermögen vermitteln. Authentisch, cool, intelligent und sehr sympathisch – vorbildlicher kann man für ein Mädchen zwischen 13 und 16 Jahren nicht sein. Die Mädchen waren begeistert: «Der Vortrag mit Dominique war sehr mitreissend», sagte Rahel. «Mir hat der Vortrag von Dominique Gisin sehr gut gefallen. Toll, dass wir sie näher kennenlernen durften», betonte Jenny-Lee. «Es war schön, zu sehen, dass man vieles im Leben meistern kann», so Seraina. Carole: «Mir hat der Nachmittag allgemein gut gefallen: Dominiques Vortrag, Feedback-Spiel, mit anderen kommunizieren usw.» Auch Anna gefiel Dominique Gisins Vortrag besonders gut.

Nach dem Workshop trafen die Eltern der Mädchen ein und genossen das gemütliche Ambiente mit einem Apéro. Nach einer kurzen Präsentation von Astrid Hügli konnte das STL-Team sich mit den Eltern austauschen und ihre Meinung und Vorstellungen für das Mentoring-Programm erfahren.

Auskunft
Astrid Hügli, Programme Manager Swiss TecLadies, astrid.huegli(at)satw.ch

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