20. Juli 2017

«Grundsätzlich verfolge ich eine Vorwärtsstrategie.»

SATW - Mitglieder

Interview mit Willy R. Gehrer, dem neuen Präsidenten der SATW

Herr Gehrer, Sie sind seit Mai Präsident der SATW. Was wollen Sie in Ihrer Amtszeit bewegen?
Grundsätzlich verfolge ich, zusammen mit dem Vorstand, eine Vorwärtsstrategie. Das Potenzial und die Fähigkeiten, welche die SATW, ihre Gremien und alle beteiligten Personen haben, sollen dabei optimal genutzt werden. Dabei ist es massgebend, die Bedürfnisse unserer Mitglieder und Mitgliedsgesellschaften zu kennen und umgekehrt natürlich auch. Nur so können wir die richtigen Ziele formulieren. Für unsere Zukunft ist es wichtig unser Netzwerk auszubauen, damit die SATW wirklich sichtbar wird. Sie soll technische (keine politischen) Empfehlungen abgeben für Themen, die für die Schweiz relevant sind. Zur Vorwärtsstrategie gehört auch, dass die SATW vermehrt Drittmittel akquiriert. Damit können wir neue Geschäftsfelder bearbeiten, die wir frei und unabhängig bestimmen können. Diese neuen Geschäftsfelder sollen zukunftsgerichtet und entwickelbar sein sowie einen wichtigen Platz in der Gesamtstrategie einnehmen. Die positive Zusammenarbeit mit dem SBFI, mit dem Akademien-Verbund, der Politik, der Wirtschaft, unseren Einzelmitgliedern, den Fachgesellschaften und generell mit allen Partnern möchte ich natürlich weiter pflegen und ausbauen.

Was sind Ihre wichtigsten Aufgaben als Präsident?
Eine der wichtigsten Aufgaben liegt für mich in der Öffentlichkeitsarbeit. Ich muss an Veranstaltungen auftreten, sowie persönlich Netzwerke mit unseren Mitgliedern, der Politik und Industrie pflegen. Die SATW soll besser sichtbar sein – auch in den Medien – mit interessanten Botschaften für die Öffentlichkeit. Wichtig ist für mich auch, die Vorwärtsstrategie zusammen mit dem Vorstand und der Geschäftsstelle konsequent umzusetzen und laufend zu begleiten. Dazu gehört für mich die Klärung der Frage, ob die Organisation, die einzelnen Ressorts optimal aufgestellt sind und ob wir das Wissen der Einzelmitglieder und Fachgesellschaften richtig nutzen und einsetzen können. Es liegt in meiner Verantwortung, zusammen mit dem Vorstand, die Organisation entsprechend den Bedürfnissen der Zukunft anzupassen.

Was bedeutet der Claim «it’s all about technology» für Sie?
Technik trägt massiv zum Wohlstand in der Schweiz bei. Die SATW will eine zentrale Rolle in der Förderung der Technik spielen. Dazu gehört die Koordination von Schwerpunktaufgaben mit verschiedenen Partnern, oder die Lancierung von Zukunftsprojekten, z.B. zu Fragen der Energiestrategie 2050. Das steckt für mich im Claim. Dabei sollen neben den positiven Wirkungen auch «Nebenwirkungen» von technischen Entwicklungen diskutiert und publiziert werden. Es ist der Auftrag der SATW, ethische, soziale und politische Auswirkungen dieser Entwicklungen aufzuzeigen.

Was wünschen Sie sich von der Schweizer Politik in den kommenden Jahren?
Mein Wunsch wäre, dass die Schweiz eine aktivere Wirtschaftspolitik betreibt. Mit dem Technology Outlook und weiteren Publikationen der SATW hätte sie gute Grundlagen dafür.

Was kann die SATW dazu beitragen?
Sie kann mit objektiven, unabhängigen und gesamtheitlichen Informationen die Politik, die Wirtschaft und die Öffentlichkeit über die Entwicklungen der Technik orientieren. Wir sind keine Lobbyisten, sondern pflegen eine neutrale Information. Hier sehe ich den grossen Vorteil der SATW. Wir sind niemandem verpflichtet und damit nicht Partei für eine spezielle Anspruchsgruppe.

Wie verbringen Sie die Sommerzeit?
Mehrheitlich in der Schweiz. Wir haben dieses Jahr keine grossen Pläne und entscheiden je nach Wetter, ob es ins Gebirge zum Wandern und Bergsteigen gehen soll oder zum Segeln auf den Vierwaldstättersee.

Zur Person

Willy R. Gehrer ist seit Mai 2017 Präsident der SATW. Er war während vieler Jahre bei Siemens Schweiz tätig, zuletzt als CEO für die Bereiche Energie und Transportation Systems. Bis 2013 war er Präsident der Electrosuisse. Heute ist Willy R. Gehrer neben seinem Amt bei der SATW auch Präsident der Schweizerischen Vereinigung für Geothermie.

New comment

0 comments